Teekanne

Schott & Gen. Jenaer Glas
Entwurfsjahr: 1931
eine gläserne Teekanne mit einfachen Formen ohne Dekor oder Schilff

Das Teeservice von 1931 ist Wagenfelds erster Ausflug in die Industriearbeit. Er hatte zwar in Bremen eine Lehre zum Industriezeichner gemacht, war Silberschmied und hatte am Bauhaus in der Metallwerkstatt gearbeitet, aber wie die Arbeit in einem Industriebetrieb abläuft, wusste er damals noch nicht. Deshalb war die freie Mitarbeit bei Schott & Gen. Jenaer Glas eine große Chance für ihn. Erich Schott, der Leiter des Glaswerks, hat ihn systematisch mit dem Material Glas und den Produktionsprozessen bekannt gemacht und ihm zugleich genug Freiraum gegeben. Im Rückblick schreibt Wagenfeld über die Zeit in Jena: "Meine ganze Arbeit war dort ein vergnügtes Experimentieren im Neuland bei wirklich sehr erfreulicher Atmosphäre." 

Das Faszinierende an dem Glasgeschirr ist, dass es so leicht, so fragil, so elegant ist. Dabei spielt es sich nicht in den Vordergrund, sondern lässt es dem Getränk den Vortritt: Wenn man den Tee aufgießt, kann man beobachten, wie sich seine Farbe ändert, ganz anders als in einer Porzellanteekanne. Dieses Teegeschirr ist vor allem von einem jungen, avantgardistischen Publikum gekauft worden, denn die einfachen Formen ohne Dekor waren damals außergewöhnlich. Ise Gropius, die Frau des Bauhausgründers Walter Gropius, schrieb Wagenfeld in den 1950er Jahren aus den USA, dass sie ihren Tee oft aus der Jenaer Kanne triken: "Unsere vielen Besucher wollen doch immer gerne Bauhausprodukte sehen und wir lieben dieses Tee Service selbst so sehr.“ Das Service ist sehr lange produziert worden, ab den 1990er Jahren in einer Re-Edition.