Lufthansa-Bordgeschirr

Johannes Buchsteiner Plasticwerk
Entwurfsjahr: 1955

Geschichte

Die Lufthansa war die erste deutsche Fluggesellschaft, die Mitte der 1950er-Jahre wieder ihren Betrieb aufnehmen konnte. Im Zuge dessen wollten sie wirklich alles neu machen: Zum Beispiel kein Porzellangeschirr mehr, sondern ein leichtes Service aus Kunststoff. Wagenfeld hat dieser Auftrag gereizt, auch wenn er unter wahnsinnigem Zeitdruck stand. Er hatte nur ein paar Monate für eine umfassende Aufgabe: Tablett, Teller, Schalen, Tassen, Salz- und Pfefferstreuer. Alle diese Teile mussten neu entwickelt und auf minimalem Platz arrangiert werden. Da hat er wirklich gekämpft. Eine große Frage war: Wie kann man Suppenschale und Tasse stapeln? An diesem Beispiel kann man sehr gut Wagenfelds Grundhaltung verfolgen: Er geht immer vom einzelnen Objekt aus, das harmonisch, elegant und schön sein soll. Und das soll dann zusätzlich noch stapelbar sein! Da hat er keine Abstriche bei der einzelnen Form machen wollen. Daher sind die Tassen zwar stapelbar, aber wenn man einen ganz hohen Turm zusammenstellt, gerät er etwas in Schieflage. Wir haben das mal für eine Ausstellung probiert und haben dann kleine Gumminoppen zwischen die Tassen legen müssen. Das Bordgeschirr wurde zum Vorbild für viele folgende Bordgeschirre, vor allem die elegant abgerundeten Rechteckformen der Teller und Schalen waren sehr beliebt. Daher kamen sie auch als einzelne Teile in den Handel und wurden z.B. als Picknickgeschirr verwendet.